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Bähr: Zu wenig Fachkräfte in der Pflege

„Schon heute haben wir zu wenig Fachkräfte für die Pflege“, sagt der Sprecher der Diakonie in Rheinland-Pfalz Albrecht Bähr. Im Jahr 2010 fehlten rund 2900 Fachkräfte. Insbesondere die Alten- und Krankenpflege ist betroffen.

 „74,5 Prozent der stationären Pflegeeinrichtungen und der ambulanten Pflegedienste berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen“, sagt Bähr weiter. Bei den Akutkliniken liege der Prozentsatz bei 44 Prozent.

 „Bis 2020 wird sich die Situation noch deutlich verschärfen“, betont Bähr. Experten rechnen damit, dass sich der Fachkräftemangel bis dahin verdreifacht. „Wir müssen jetzt handeln und die Rahmenbedingungen verändern“, fordert Bähr. Maßnahmen wie die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitszeitmodelle sowie bessere Bezahlung und Karrierechancen seien längst überfällig. Um auf das Problem des Fachkräftemangels hinzuweisen, hat die rheinland-pfälzische Pflegegesellschaft die Kampagne „Pflegesignal“ gestartet.

 „In Rheinland-Pfalz ist die Situation regional sehr unterschiedlich“, erklärt Bähr. Während Neustadt, Kaiserslautern, die Vulkaneifel und die Südwestpfalz gut versorgt seien, würden in Trier, Bernkastel, Ludwigshafen, Mayen, Koblenz und Bad Dürkheim Fachkräfte gesucht.

 Im Dezember 2009 waren in Rheinland-Pfalz rund 106.400 Personen pflegebedürftig. Dies entsprach einem Anteil von 2,7 Prozent der Bevölkerung. Die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen ist zwischen 1999 und 2009 um 15 Prozent gestiegen; dies entspricht 14.000 Personen.

 2009 wurden rund 31.700 Menschen stationär in Heimen betreut. Gegenüber 1999 ist ein Anstieg von 25 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der von den ambulanten Diensten betreuten Pflegebedürftigen lag bei rund 22.000 Menschen und hat sich in zehn Jahren ebenfalls um 25 Prozent erhöht. In rheinland-pfälzischen Krankenhäusern wurden 2008 rund 936.600 Patienten behandelt. Trotz zurückgehender Bevölkerungszahl sind die Fallzahlen gestiegen. Das Gesundheitsministerium rechnet mit einem Anstieg um 4,2 Prozent der Fälle bis zum Jahr 2016.

 Weitere Informationen finden Sie unter www.pflegesignal.de.

 

 

(Speyer/Mainz, 2. Februar 2012; dwp)

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